Leseproben:

Jede Menge praktische Gesundheitstipps gibt es jetzt im neuesten Band der Reihe, OPA – das kannst du auch! Gesund und fit bleiben : Ganz entspannt und gewohnt witzig beschreibt Hans-Dieter Brunowsky seinen Alltag und die kleinen Veränderungen, mit denen sich Ältere auseinandersetzen, vor denen sie aber nicht kapitulieren zu müssen. Tochter Dr. Kira Kubenz, als Ärztin spezialisiert auf Präventionsmedizin, kommentiert diese Erfahrungen aus ärztlicher Sicht, immer mit Humor, liebevoll und mit Respekt.

Vorbemerkung

Mein Enkel stellte mir neulich die etwas taktlose Frage, warum ich mit meinen vierundachtzig Jahren noch so gut drauf wäre. Mir fiel darauf keine bessere Antwort ein, als festzustellen:
„Eigentlich bist ja vor allem auch du es, der mich jung hält!“
Und da ist natürlich etwas dran. Wer das Glück hat, am Heranwachsen seiner Enkelkinder teilzuhaben, bleibt vermutlich viel knackiger, als der Greis vor dem Fernsehschirm, dessen einzige Bewegung nur noch darin besteht, die Füße zu heben, wenn die Ehefrau Staub saugt.
Maximilian meinte dann, dass vielleicht auch andere Senioren gerne mit 80 noch so fit sein würden wie sein Opa. Ich sollte doch mal aufschreiben, wie ich es erlebt habe, älter zu werden und trotzdem jung zu bleiben. Ich zog diesen Rat in Erwägung, zumal ich zwar gerne weiter schreiben würde, mich aber zur Zeit noch nicht mit einem vierten Computerbuch schwanger fühle.
Nachdem Maximilian aber kein ausgebildeter Gerontologe ist, muss ich mir für so ein Projekt einen anderen Partner suchen. Da trifft es sich gut, dass meine Tochter Medizinerin ist und wir einmal in der Woche gemeinsam bei uns essen. So schaut sie mir bei meinen Vorlieben und meinen kleinen Sünden ein wenig auf die Finger und hilft mir ohne dass ich hungern muss meine Ernährung für mich ideal zu gestalten.
So entstand also dieses neue Spätwerk als Komposition aus erlebtem Älterwerden und wissenschaftlichen Kommentaren einer Tochter, die sich als Ärztin auf Naturheilverfahren und Ernährungsmedizin spezialisiert hat.
Das Buch soll wie gewohnt auch wieder ein Lesespaß werden. Deshalb der Untertitel: Hilfe, meine Tochter ist Ärztin.
Dabei ertönen die Hilfeschreie in einer Großfamilie ja zunächst nicht von uns Alten: „Mutti, könnt ihr uns nicht die Kinder für eine Wochenende abnehmen?“ „Vati, kannst du die Jungs heute zum Hockey fahren?!“ So klang das lange bevor ich ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen sollte, ohne überzeugt zu sein, sie schon zu brauchen.
Das Buch wird hoffentlich für vielen Senioren ein Wegweiser sein, wie man statt im Alter krank zu werden, auch alt und fit bleiben kann. Es ist möglich auch diesen Lebensabschnitt so zu gestalten, dass man ihn als eine Zeit des Glückes und der Harmonie mit sich und der Umwelt genießen kann.



Was hat sich bei mir geändert, als ich älter wurde?


Beweglichkeit, Fitness

Nun ja, die körperliche Beweglichkeit lässt natürlich im Alter nach, wenn man da keine medizinisch ausgebildete Tochter hätte, die mit Argusaugen darauf achtet, dass man nicht anfängt, dem Trägheitsgesetz anheim zu fallen.
„Vati, beweg dich!“, „Vati Bierchen stemmen und heben ist keine Sportart für Dich!“ „Du kannst doch zu Fuß bis zum Schwimmbad gehen, das ist gut für Deinen Blutzuckerwert!“
Aber natürlich war das ein ziemlich langdauernder Vorgang. Auf den großen Yachten ebenso wie auf den kleinen Jollen war ich mit 60 und 70 Jahren noch fit wie ein Turnschuh. Auch stundenlange Spaziergänge im Walde machten mir nie etwas aus. Das Pilze Sammeln mit meiner Frau und den Enkelkinder wurde zu einem schönen Hobby, das wir jeden Herbst mit wechselndem Ernteerfolg pflegten.
Nur das Laufen gehörte niemals zu meinen bevorzugten Gangarten. Wir pflegten mit Blick auf unsere Kameraden vom Heer zu sagen: „Die Marine lässt laufen…!“ Als mir nach einer Herzoperation 1991 das Joggen verboten wurde, war das also kein Verlust an Lebensqualität.
Die Freude am Radfahren war auch nie sehr ausgeprägt bei mir. Ich bevorzuge es, mit dem Auto die Reviere zu erreichen, in denen ich spazieren gehe, um Pilze oder Waldbeeren zu suchen. Da muss ich nicht auch noch mit dem Rad hinfahren.
Zur Fitness trägt bei, dass ich auch in der Stadt alle zumutbaren Wege zu Post, Markt, Bäcker oder Fischhändler grundsätzlich zu Fuß gehe. Mein Wagen bleibt meist auf dem Parkplatz stehen, wenn nicht gerade Enkel zum Hockeyspiel zu fahren sind.
Sehr sinnvoll ist es auch, die zwei Treppen bis zur Wohnung zu Fuß zu gehen und den Fahrstuhl nur zu benutzen, wenn Einkaufstüten oder Getränke zu befördern sind. An der Pumpe merkt man dabei, wie fit man noch ist.